Wird Kubuntu von Canonical vernachlässigt?

Da ist gerade eine Diskussion in der Community im Gange, ob Kubuntu von Canonical vernachlässigt wird. Gut, die Diskussion an sich ist nichts neues. Schon länger hat die Kubuntu Community ein wenig das Gefühl nicht gleich behandelt zu werden. Ich gehöre beispielsweise zu den Leuten die denken, dass Canonical sich vor allem auf Ubuntu konzentriert.

Ausgegangen war das Ganze von einem Interview mit dem KDE-Entwickler Aaron Seigo bei Computerworld, in dem er sagte:

What I find unfortunate is that some companies dig into technologies. Canonical did not communicate well about long-term support and therefore neglected 35 percent of their user base. A user base they routinely neglect, but at KDE we ignore a lot of this.

Daraufhin meldete sich der Community Manager Jono Bacon in seinem Weblog zu Wort. Er versuchte klar zu machen, dass Canonical Kubuntu nicht schlechter behandeln würde als Ubuntu. Canonical würde in Kubuntu investieren, in Form des fest angestellten Entwicklers Jonathan Riddell, sie würden die Ressourcen (wie bspw. Hosting) bieten, damit die Entwicklung stattfinden könnte, sie würden den ShipIt Service auch für Kubuntu anbieten ebenso wie kommerziellen Support für Kubuntu. Was das Engagement KDE vs. Gnome beträfe, würde Riddell an KDE arbeiten und 2 andere Entwickler an GNOME. Der Rest der Mitarbeiter arbeite an anderen Dingen. In den Kommentaren sagte er dann noch:

I am not denying that for a second that Ubuntu gets more focus from Canonical in terms of marketing - we have made it quite clear that Kubuntu is a community distribution we try to support the development of.

Ich bin der Meinung dass diese ganze Geschichte auf Missverständnissen aufbaut. Ubuntu ist und war von Anfang an eine GNOME-Distribution. Mark Shuttleworth ist GNOME-User und der Großteil der Ubuntu-Entwickler benutzen GNOME. Canonical will einigermaßen wirtschaftlich arbeiten. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auf die Entwicklung von Ubuntu konzentrieren.
Canonical hat den Fehler gemacht, dass sie immer versucht haben Ubuntu und Kubuntu als völlig gleiche Geschwister darzustellen. Sie haben sich zusätzlich zu einigen Versprechen hinreißen lassen, die sie bisher nicht eingehalten haben. Beispielsweise antwortete Mark Shuttleworth auf der ersten Ubuntu Open Week auf die Frage, ob weitere Kubuntu Entwickler eingestellt würden, mit:

Yes, I'm sure that some of the new devs we are hiring will be KDE specialists.

Tatsächlich wurden bis heute aber keine neuen Entwickler für Kubuntu eingestellt. Dann wurde Shuttleworth ja auch noch erster Patron von KDE, was zusätzlich Hoffnungen bei den Benutzern weckte, Canonical würde Kubuntu noch stärker unterstützen. Da bis heute aber nicht viel passiert ist, stellte sich natürlich schnell das Gefühl ein, Kubuntu würde vernachlässigt werden.

Canonical sollte nun eine klare Position beziehen. Es sollte klar kommuniziert werden, dass Kubuntu eine Community-Distribution ist, die ein wenig durch Canonical unterstützt wird - mehr aber auch nicht. Hätte man das direkt am Anfang gemacht, wäre diese Diskussion vermutlich gar nicht entstanden.

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> Ich gehöre beispielsweise zu den Leuten die denken,
> dass Canonical sich vor allem auf
> Ubuntu konzentriert.

Wieso denkst du das? Kannst du Beispiele nennen, die deine Vermutung bestärken? Was ist an Kubuntu schlechter als an Ubuntu?