Der Release Candidate wurde am Freitag veröffentlicht, womit Kubuntu 8.04 "Hardy Heron" in die letzte Testrunde geht. Es sind nun nur noch wenige Tage bis zum finalen Release. Und Hardy hinterlässt bei mir einen durchgehend guten Eindruck. Die Probleme, die ich mit Gutsy hatte und die kleinen Macken, die ich auch hier beschrieben habe, sind inzwischen behoben. Man kann ein fantastisches Release erwarten und ich persönlich denke (wie auch neversfelde), dass 8.04 das bisher beste Kubuntu Release sein wird.
Was 8.04 bringen wird
Zwischen 7.10 und 8.04 wurde viel an der Distribution gearbeitet und gefeilt. Zu den spannensten neuen Features gehören unter anderem:
- OTR-Plugin für Kopete standardmäßig installiert. Was es damit auf sich hat und warum man das benutzen sollte, steht in diesem Artikel.
-
Kaffeine Codec Installation. Schon Amarok hatte vor einiger Zeit (AFAIK mit 7.04) die Fähigkeit bekommen, Codecs für unfreie Formate automatisch nachzuinstallieren. Dieses extrem nützliche Feature gibt es jetzt auch analog für den Videoplayer Kaffeine. Aber nicht nur Videocodecs, sondern auch die Unterstützung für verschlüsselte DVDs wird automatisch eingerichtet. Mit Kubuntu Hardy braucht man sich also keine Gedanken mehr um die Unterstützung von Mediendateien Gedanken machen. -
Unterstützung für verschlüsselte Festplatten. Um mit LUKS verschlüsselte Festplatten oder Partitionen einzubinden, muss man nicht mehr auf die Konsole ausweichen. Die Entwickler haben diese Funktionalität nun in KIO Media integriert, so dass man das bequem im Konqueror machen kann. Ist zwar noch nicht ganz perfekt, aber sehr sinnvoll, da es mit 8.04 auch erstmals möglich sein wird, das gesamte System bei der Installation verschlüsseln zu lassen. -
Wubi. Ich finde Wubi, obwohl es nichts direkt mit dem Kubuntu Desktop zu tun hat, eines der genialsten Features. Wubi ist ein Programm, mit dem man Kubuntu innerhalb von Windows installieren kann. Kubuntu wird dabei in eine virtuelle Partition installiert. Nach einem Reboot kann man dann im Bootloader von Windows Kubuntu auswählen und starten. Das System lässt sich nun ganz normal verwenden. Das ermöglicht nun auch Einsteigern und unerfahrenen Anwendern Kubuntu zu installieren ohne das System paritionieren zu müssen. Findet man keinen Gefallen an Linux, kann man die Installation einfach wieder entfernen - und zwar einfach, indem man Wubi deinstalliert. Damit ist Wubi das ultimative Werkzeug, wenn ihr jemanden Kubuntu zeigen wollt. -
Grafische Bildschirmkonfiguration. Ich persönlich habe ja nichts gegen die xorg.conf, aber es gibt genug Benutzer, die ihren X-Server nicht so gerne auf der Konsole konfigurieren. Für die gibt es jetzt die Möglichkeit die wichtigsten Einstellungen in den Systemeinstellungen von KDE zu machen. Ein manuelles Bearbeiten der xorg.conf ist somit im Regelfall nicht mehr notwendig.
Daneben gibt es noch viele weitere Verbesserungen. Wer sich dafür interessiert, kann ja beim Announcement des Release Candidate beginnen und sich nach hinten, bis zur ersten Alphaversion, lesen.
Kubuntu mit KDE4
Für Kubuntu 8.04 hatte man beschlossen, zwei Versionen herauszugeben: Eine Variante mit dem stabilen KDE 3.5.9 und eine mit KDE 4. Die Entwickler haben hier gute Arbeit geleistet. Seit der ersten stabilen Freigabe hat sich bei KDE 4 einiges bewegt und in der aktuellen Version 4.0.3 ist der neue Desktop wirklich benutzbar. Ich persönlich werde aber noch bei der ausgereiften 3.5er Serie bleiben und würde auch jedem Einsteiger bzw. Normalbenutzer davon abraten sich die neue Version zu installieren. KDE 4 ist zwar stabil genug für die tägliche Benutzung, allerdings ist es in meinen Augen einfach noch nicht komplett. Man sollte besser bis 4.1 warten, wenn der der Desktop bereit für den Endbenutzer ist.
Fazit
Ich war anfangs etwas skeptisch, als bekannt wurde, dass man eine Variante mit KDE 4 veröffentlichen wollte und dafür auf LTS verzichtet. Meine Befürchtung, dass sich diese Entscheidung negativ auf die Qualität von Hardy auswirken könnte, hat sich aber nicht bestätigt. Mit Kubuntu 8.04 liefern die Entwickler ein gereiftes und auf Hochglanz poliertes Release mit der 3.5er Serie aus, bevor mit Intrepid Ibex und den Nachfolgeversionen der Sprung auf die nächste Desktopgeneration gemacht wird. Die Vorfreude auf Hardy Heron ist auf jeden Fall berechtigt.





