Den Datenschutz in die Hand nehmen

Wie die meisten von euch sicherlich bemerkt haben, gilt in diesem Land inzwischen eine neue Maxime was den Datenschutz betrifft: Datenschutz ist Täterschutz. Von staatlicher Seite ist in diesem Punkt also keine Rücksichtnahme mehr zu erwarten. Ich bin deshalb der Meinung, dass es nun wichtiger denn je ist den Schutz der persönlichen Daten und letztendlich der eigenen Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen.

Ich habe deshalb hier mal aufgelistet, was man alles tun kann, um seine Daten und Privatsphäre zu schützen. Daneben auch einige Hinweise, Links und Referenzen mit Anleitungen und Artikel zum tiefer reinlesen. Das ganze kann man als ToDo-Liste sehen, die jeder für sich Stück für Stück abarbeiten kann. Ein schöner Vorsatz für das kommende Jahr wäre nämlich (neben mehr Sport treiben und Abnehmen) mehr für den Datenschutz zu tun.

In diesem Sinne euch allen noch ein schönes Fest!

Browser sicher einrichten

Der allererste Schritt ist seinen Browser vernünftig einzurichten. Die meisten Browser sind in der Standardeinstellung relativ freizügig, will heißen: Cookies werden von überall angenommen, Java/JavaScript/Flash immer ausgeführt und der HTTP Referrer jedem erzählt. Hier ist der erste Punkt, wo man ansetzen sollte.

E-Mails verschlüsseln

Der nächste Schritt ist die Absicherung der E-Mail-Kommunikation. Sendet man nämlich E-Mails einfach so weg, laufen sie über die unterschiedlichsten Server überall auf der Welt, bis sie beim Empfänger eintreffen. Dabei kann jeder den Inhalt der Mail lesen. Nun mag man sich denken: Wer sollte sich schon für meine unwichtigen Mails interessieren? Mag korrekt sein, bedenkt man jedoch dass selbst unverfängliche Stichworte zu einem Terrorverdacht mit schwerwiegenden Folgen führen kann, sollte man diese Haltung vielleicht überdenken.

Jabber benutzen

Instant Messaging ist inzwischen ziemlich populär geworden. Die meisten Leute benutzen ICQ/AIM, MSN, Yahoo oder andere properitäre Netzwerke. Dabei muss man dem Anbieter nicht nur persönliche Daten bei der Anmeldung preisgeben, man kann auch nur dieses eine Netz mit seinem Benutzerkonto verwenden - ein Gespräch mit Nutzern anderer Netzwerke ist nicht möglich. Die gesamte Kommunikation läuft zudem über die zentralen Server des Anbieters. Einige von vielen Gründen auf Jabber umzusteigen.

Jabber verschlüsseln

Hat man sich sein Jabber eingerichtet und die ersten Kontakte zu seinem Roster hinzugefügt, sollte man sich Gedanken machen wie man seine Konversationen absichert. Hier gilt das gleiche wie ich schon oben bei den Mails geschrieben habe: Chats, die plain durchs Netz gehen, können problemlos abgehört werden.

System verschlüsseln

Hat man seine Kommunikation gesichert ist der nächste logische Schritt sein System zu schützen. Insbesondere mobile Geräte, wie Laptops oder externe Festplatten, sollten verschlüsselt werden. Werden die nämlich gestohlen oder gehen verloren sind nicht nur die Daten weg, sie können auch vom Dieb/Finder gelesen und ausgewertet werden. Befinden sich auf dem Datenträger sensible Dokumente, unter umständen mit Firmengeheimnissen, steht ein Daten-GAU ins Haus. Aber auch so ist es schwer vorstellbar, dass jeder da draußen auf seinem Notebook nur belanglose Daten hat. Wie ein Test von Netzwelt zeigt, können schon einige wiederhergestellte Dateien einer unsauber gelöschten Festplatte relativ aufschlussreich sein.

Anonym im Internet

Das ist vermutlich der schwierigste Schritt, denn die meisten Anon-Netzwerke sind nicht besonders schnell und wer will schon gerne sein T-DSL 16.000 auf ISDN-Niveau herunterschrauben? Es ist trotzdem wichtig sich mit dem Thema zu beschäftigen, den es wird im Internet immer mehr gespeichert und ausgewertet. Dieser Datensammelwut kann man effektiv nur durch einen Anonymizer entgehen*.

*) Durch die VDS ab 2009 steht dieser Schutz natürlich auf der Kippe, weil dann auch Anonymizer loggen müssen.

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from Steve`s personal blog on Mi, 2008-05-14 19:54

Ältere, aber gute Übersicht über Maßnahmen zum Datenschutz(Quelle: kernel.panic! - Chaosblog eines Geeks) Chris über Mozillas neusten Vorstoß des Datensammelns(Quelle: F!XMBR) Patrick Breyer klagt gegen das Sammeln von Passdaten- und -bildern(Qu

Ein freundlicher Hinweis zur Korrektur:

Wenn ich das richtig gesehen habe, hat die Seite kontrollausschlus nun SEO-freundliche Links anstatt dieses Code-Mülls.

Die neue URL zum FF-Artikel wäre dann:

http://www.kontrollausschluss.de/firefox-grundeinstellungen-anpassen.htm...

Hi, tolle Zusammenstellung die meisten Sachen hat man als IT-Mensch wie ich mit der Zeit so oder so schon behandelt. Noch eine Kleinigkeit im Abschnitt "Jabber verschlüsseln" heisst es eigentlich "Roster" ohne a. Kann man sich leicht ableiten, "Roster" heisst soviel wie "Dienstliste" und "to roast" ist "etwas rösten" ^^

Danke für den Hinweis. Das hab ich wohl irgendwann mal falsch aufgeschnappt und dann immer so benutzt. Wobei ich mich schon etwas gewundert habe, warum man jetzt seine Kontakte rösten soll. :D